Vor einigen Tagen fand im Marienburger Kolchos eine Besprechung zwischen dem Pferd „Krasotka', der Kuh „Marget", dem Bulle „Wolodjka" und dem Hammel X statt, wobei die Anwesenden eianander ihr Leid klagten. Auf Магgets Vorschlag wurde eine Versammlung von 81 Pferden, 59 Kühen. 42 Schafen und 61 Schweinen einberufen. Die Tagesordnung enthielt drei Punkte:
1) Die Erntekampagne, 2) die Futterfrage im Zusammenhang mit der Überwinterung, 3) die Frage des Baus von Kuh- und Schweinestallen.
Den Hauptbericht erstattete Krasotka. Sie sagte: „Ihr wundert euch, dass wir Pferde so schlecht aussehen und immer zum Umfallen müde sind. Aber Ihr wißt nicht, dass wir während der Erntekampagne auch nachts nicht zur Ruhe kommen. Tagsüber arbeiten wir uuf dem Feld, nachts müssen wir schwere, mit bestem Schiednjakheu vorbeladene Wagen 8- 10 km weit schleppen. Für eine solche Fuhre bekommt der Fuhrmann 50 Rubel. So haben wir für Baron allein 4 Wagen, für den Brigadier März Karl und einige Dutzend andere viele Wagen Heu nach Hause gebracht Auch der Kassierer der Gnadenflurer MTS Bartel und der Kooperator Dirring Georg (ein Kulak) haben je 3 Fuhren zu 150 Rubeln bekommen. Da ist es wohl kein Wunder, dess wir am Tage schlecht arbeiten. Dabei ist das Korn reif, aber der Brigadier Brandt scheint es nidit eilig zu haben.Gegen die Verschleppung des Futters müssen wir schärfsten Protest erheben, sonst wird es uns im Winter ebenso ergehen, wie unsere Schwester Liske. (Zwisdienruf des Ebers „Wolodka": .Im Juni und Juli sind auch einige meiner Kameraden wegen Vernachlässigung und schlechter Versorgung eingegangen!")Nach dem Bericht Krasotkas ergriff Marget das Wort und sagte: „Schon auf der letzten Versammlung haben wir über die brennende Frage des Baus von Ställen gesprodicn. Jetzt stellt es sich heraus, dass von den für den Bau bestimmten 2.500 Rubeln, die in der Kooperative eingelegt wurden, nur noch 400 Rubel übrig sind. 2100 Rubel wurden für Süssholz, Salz, Arbeitslöhne u. a. verausgabt und zum Teil verschwendet. So bekamen zwei Rechnungsführer Baron (ein Kulak) und Erfurt für die Übertragnng der Buchungen von April und Mai in Hauptbuch 450 Rubel für eine Arbeit von 8 Tagen. Das Bargeld wird ausgegeben und an uns denkt niemand. Dis Geld für das verkaufte Heu wird nicht einkassiert, es fliesst teils in die Taschen der Fuhrleute, teils in die Taschen der Brigadlrre. und wir sind bedroht, dass wir im Winter ohne Unterkunft bleiben. Die Versammlung beschloß, sich nochmals an die Redaktion der Kantonzcitung «Stalinist" zu wenden und sie zu ersuchen, den Versammlungsbericht zu veröffentlichen und das Material den zustendigen Organen zu übergeben, damit endlich Abhilfe geschafen wird.